jeder weiss bescheid

Genau genommen legen DIE SIEBEN LEBEN aus Leipzig nun ihr erstes reguläres Studioalbum vor. Eine Live-CD gab es vor zwei Jahren, und das 2002 erschienene Album NIMM VON MIR wurde zwar schon in gleicher Besetzung aber noch unter altem Namen eingespielt. Nach wie vor im Boot sind Uli Doberenz (Bass), Susanne Grütz (Gesang), Johannes Uhlmann (Akkordeon), Till Uhlmann (Geige, Drehleier), Manfred Wagenbreth (Gesang, Gitarre, Mandoline), Per Winker (Schlagzeug) und Jörg Wolf (Cello, Mundharmonika).

JEDER WEISS BESCHEID heißt nun also die neue Veröffentlichung, und konsequent, wie die Band auf der Bühne seither den Schritt hin zu einem freieren Umgang mit Instrumentarium und stilistischen Mitteln gegangen ist,  hat sie dies auch auf der neuen Platte getan. Zwar schrummeln da immer noch Mandolinen und akustische Gitarren, zirpen Geigen und schmachten Akkordeons, darüber hinaus hat aber auch so mancher elektrifizierte Effekt Eingang ins Klangbild gefunden, es geht stellenweise um einiges härter zur Sache, und vom schlichten Folk ist (fast) nichts übrig geblieben. Romantic Roots eben, wie jemand mal kategorisierte – musikalische Wurzeln im Vielerlei vom Volkslied über Blues und Rock’n’Roll bis hin zu Latin, World und – auch – ein wenig Country. Das alles mit erkennbarem Hang zu einem unverbesserlich romantischen Blick auf die Dinge.

Auf der Titelliste finden sich Neueinspielungen von zwei BIERFIEDLER-Klassikern („Und nichts nachher“, „Heil nach Hause“) neben Cover-Versionen von zwei Richard Thompson-Songs („Komm nicht näher“/“Keep Your Distance“ und „Nasser Brief“/“Tear Stained Letter“) und einem Lied der griechischen Sängerin Haris Alexiou („Gefühl entgleist“/“To nou mou essigirissa“); und nicht sonderlich hat man sich da bemüht, nahe am Original zu bleiben. Im Gegenteil.

Eine Leonard Cohen-Nachdichtung hat natürlich auch wieder ihren Platz auf dem neuen Album gefunden („Jeder weiß bescheid“/“Everybody Knows“), und lieferte prompt den Titel zur CD.

Darüber hinaus warten DIE SIEBEN LEBEN mit sieben neuen Stücken aus eigener Werkstatt auf – eines davon („Dumme Mädchen“) übrigens nach einem Text von Heinrich Heine.

Von verblassten Illusionen („Fernweh in Plüsch“), unerledigten Dingen („Wenigstens“), alten Lieben („Gerne sehn“, „Film, schon mal gesehn“) und starken Frauen („Tänzerin“) erzählen die anderen, und mit „Anders gedacht“ liefert die Band einen sarkastischen Kommentar zum Hier und Heute in den Zeiten von Harz IV.

Einen Bonus-Track gibt es auch noch auf JEDER WEISS BESCHEID, und der bietet die rare Gelegenheit, DIE SIEBEN LEBEN auf Englisch singen zu hören: die CD endet mit ihrer aus den Live-Konzerten bestens bekannten Fassung des elegischen „Black Muddy River“ aus dem Repertoire der legendären Grateful Dead.

Fernweh in Plüsch
K+T: Manfred Wagenbreth
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Tänzerin
K+T: Manfred Wagenbreth
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Heil nach Hause
K+T: Manfred Wagenbreth / Christiane Klauke

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Komm nicht näher
(Keep Your Distance)

K+T: Richard Thompson
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Nichts nachher
K+T: Manfred Wagenbreth
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Nasse Briefe
(Tear Stained Letter)

K+T: Richard Thompson
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Film, schon mal gesehn
K+T:
Manfred Wagenbreth
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Anders gedacht
K+T: Manfred Wagenbreth
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Gefühl entgleist
(To nou mou essigirisa)

K+T: Haris Alexiou
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Gerne sehn
K+T: Manfred Wagenbreth
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Sieben Leben Blues
K+T: Manfred Wagenbreth
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Wenigstens
K+T: Manfred Wagenbreth
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Dumme Mädchen
K: Manfred Wagenbreth T: Heinrich Heine
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Black Muddy River
K+T: J. Garcia / R. Hunter
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Die Sieben Leben
jeder weiß bescheid.
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