JÖRG WOLF
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Die Musikalität wurde ihm schon in die Wiege gelegt: Musiker Herbert verguckte sich bei Proben für das erste Deutschlandtreffen 1951 in die FDJ-Chorsängerin Ilse. Weshalb ”Blaue Fahnen nach Berlin” zum ersten Hit wurde. Später abgelöst durch ”Wenn Mutti früh zur Arbeit geht...”. Der Großvater sang ihm Underground-Hymnen vor wie ”Die Jule hat ein Schwein geschlacht, in’ Strumpf geschissen und Wurst gemacht”. Klavierunterricht beim Vater endet mit Desaster, deshalb in der Folge keine Hits und auch, weil Täve Schur nicht singen konnte oder wollte. Erst mit erwachender Sexualität wieder musikalisches Interesse für ”Die Heimat hat sich schön gemacht”, mehrstimmig von Mitgliederinnen des Chors der DSF mit ganz kurzen Röcken vorgetragen. Dann kamen die Beatles und der 1.FC Lok, worüber er lieber schweigt, weil man doch besser für die Stones und Chemie gewesen wäre. Aus nicht nachvollziehbarer Motivation übt er immer weiter auf dem Cello (“weil man bei den Tonleitern nebenher Karl May lesen konnte”). Durfte daher das Cello zwecks Absingen von Partisanenliedern mit ins Feldlager nehmen und kam bis 7623 km vor den Amur. Die ”Blues und Trouble”-Phase bei Mama Basutho beendet die ohnehin unwahrscheinliche Weltkarriere als Cellist. Psychologiestudium ohne musikalische Höhepunkte. Ehe endet wie Klavierunterricht (s.o.). Uli holt ihn aus der Einsamkeit einer Telefonzelle im Tal der Ahnungslosen zu Folkländers Bierfiedlern, wo er sich -”Hans bleib da, mer weeß ja nich’ wie’s Wetter wird” - für die nächsten 20-30 Jahre einrichtet. Seither einen Weinberg aufgerebt, mehrere Kleintiere, ein Reh und eine Regierung überfahren, als Psychotherapeut niedergelassen und am liebsten auf freier Straße zwischen Berg und tiefem Tal mit dem Fahrrad unterwegs. Ganz nebenbei den Übergang zum Kommunismus (Prinzip: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen ) durch Elektrifizierung seines Cellos wenigstens auf diesem Gebiet doch noch geschafft