Fernweh in Plüsch

Den Zirkus hat er damals verpasst
Da wär er gern mitgefahrn
Weg von zu Hause, nur fort
Dahin, wo keine Plüschkissen warn
Das heißt, nun blieb er doch noch ne Zeit
Es wurde schließlich grad Herbst
Und Mutters Küche war so wunderbar warm
Und noch der Frühling so weit

Denk nur nicht, dass ich bleibe
Nicht in Ewigkeiten, nie!
ich will noch bis zum Orinoco
Nach Santorin oder Tahiti
Ich will noch hören, wie die Nachtigall
Tief in Grusinien singt
Und nicht lang fragen, was es dir und mir
Und irgend sonst wem bringt

Noch acht mal zog der Frühling durchs Tor
Und acht mal fieln die Blätter vom Baum
Dass ab und zu ein Zirkuszelt am Bahnhofsplatz stand
Er merkte es kaum
Sabine aus der Siedlung vor der Stadt
Die hatte er dann doch ziemlich gern
Die Koffer warn gepackt schon für Köln, doch er blieb
Der Sommer wurd’ grad wieder so matt

Denk nur nicht...

Der Job in Köln ist lange schon weg
Und er sitzt mit Sabine noch hier
Ihr Sohn ist mittlerweile schon sechs
Und die Tochter wird vier
Das Fernweh ist nicht mehr ganz so groß
Schläft friedlich zwischen Kissen aus Plüsch
Grad merkt er, dass die Zigaretten alle sind
Da muss er doch noch mal los...

Denk nur nicht...